Ethisch-ökologische Investmentfonds

Stand:
  • Es gibt ein große Auswahl an ethisch-ökologischen Fonds.
  • Das Anlageprinzip ist das gleiche wie bei konventionellen Fonds.
  • Die Anlagestrategie wird um den Aspekt „Nachhaltigkeit“ ergänzt.
Rauchende Fabrikschlote

Viele konventionelle Investmentfonds sind in fossilen Energieunternehmen investiert

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Unterscheidungsmerkmal: Nachhaltige Anlagestrategie

Ethisch-ökologische Investmentfonds arbeiten nach dem gleichen Prinzip wie konventionelle Fonds: Eine Kapitalanlagegesellschaft sammelt Geld von Anlegern ein und bündelt es in einem Sondervermögen – dem Investmentfonds. Durch die Bildung dieses Sondervermögens fließen bei Insolvenz einer Kapitalanlagegesellschaft die Gelder der Anleger nicht in die Konkursmasse, sondern sind geschützt. Generell sind Investmentfonds sicherer als Investitionen in Einzelwerte wie Aktien oder Anleihen. Die Fondsmanager investieren die Gelder in eine Vielzahl von Unternehmen und Staaten. Zwar bestehen auch hier Kursrisiken und gegebenenfalls Währungsrisiken, doch die Streuung des Fondsvermögens verringert das Risiko.

Konventionelle Investmentfonds orientieren ihre Anlagestrategie nur nach finanziellen Gesichtspunkten wie Rendite, Sicherheit und Liquidität. Somit können sie auch Waffenhersteller oder Atomkonzerne enthalten, wenn es wirtschaftlichen Erfolg verspricht.

Ethisch-ökologische bzw. nachhaltige Investmentfonds formulieren zusätzlich zu den wirtschaftlichen Aspekten eine nachhaltige Anlagestrategie. Dafür legen sie ethische und ökologische Kriterien fest. Sie investieren nur in solche Titel, die diesen Kriterien entsprechen. Beispielsweise meiden einige Fonds ausdrücklich Investitionen, die mit Menschen- und Arbeitsrechtverletzungen, Waffen und Rüstung oder Umweltzerstörung in Verbindung stehen. Einige der Fonds investieren zudem gleichzeitig gezielt in bestimmte Bereiche wie Erneuerbare Energien, ökologische Land- und Forstwirtschaft oder Bildung.

Ethisch-ökologisch bedeutet nicht automatisch Verzicht auf Rendite

Nachhaltige Investitionen bedeuten nicht automatisch einen Renditeverzicht. Das hat eine Meta-Studie der Universität Hamburg 2015 ergeben. Wer sein Geld ethisch-ökologisch anlegt, muss also nicht mit finanziellen Einbußen rechnen.

Achten Sie auf die Kosten! Beim Erwerb von Investmentfonds fällt in der Regel ein Ausgabeaufschlag an. Dazu kommen laufende jährliche Kosten für Verwaltung und Management. ETFs (Exchange Traded Funds) bieten hier eine kostengünstige Alternative. 

Großes Angebot - unterschiedliche Informationsquellen

Anlegern steht eine große Anzahl zur Auswahl. Nach Angaben des Sustainable Business Instituts werden auf dem deutschen Markt über 400 Publikumsfonds, die als nachhaltig gelten, angeboten. Informationen bietet deren Datenbank "Fondsnavigator "Nachhaltiges Investment". 

In 2014 hat die Verbraucherzentrale Bremen zusammen mit der Stiftung Warentest eine Untersuchung zu ethisch-ökologischen Investmentfonds durchgeführt. Die Ergebnisse finden sie hier. Da diese jedoch veraltet sind, finden sie aktuelle Daten in der Untersuchung der  Stiftung Warentest  aus Juni 2020 (kostenpflichtig).  

Seit November 2019 steht die Datenbank  Faire Fonds  zur Verfügung. Hier hat Facing Finance e.V. geprüft, ob und welche kontroversen Unternehmen in den Portfolios zahlreicher Fonds enthalten sind. Untersucht wurden neben Nachhaltigkeitsfonds auch konventionelle Investmentfonds. Die Schwerpunkte der Analyse liegen auf Unternehmen aus den Bereichen Rüstung und Klima.

Darüber hinaus bieten die FNG-Nachhaltigkeitsprofile für nachhaltige Investmentfonds des Branchenverbandes Forum Nachhaltige Geldanlage eine weitere Orientierungshilfe.

 

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