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Umfrage: Ethik für Anleger wichtiger als Ökologie

  • Nur fünf Prozent der Befragten haben Erfahrungen mit ethisch-ökologischen Geldanlagen
  • Größte Ablehnung bei Waffen und Kinderarbeit
  • Wichtigstes Investment-Thema: Armutsbekämpfung
Atommüllfässer
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Verbraucher haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was ihnen bei ethisch-ökologischen Geldanlagen wichtig ist. Überwiegend einig waren sich die Befragten allerdings dass die Armutsbekämpfung ein wichtiger Investitionszweck ist. Die Befragung im Jahr 2013 war die erste umfassende Umfrage zu den inhaltlichen Erwartungen der Anleger bei ethisch-ökologischen Geldanlagen.

Wenig Erfahrung mit ethisch-ökologischen Geldanlagen

Nur fünf Prozent der Teilnehmer haben schon Erfahrungen mit ethisch-ökologischen Geldanlagen gemacht. Knapp ein Drittel der übrigen Befragten hat aber generell Interesse, im Osten der Bundesrepublik sind est jedoch nur etwa 20 Prozent. Auch Befragte über 60 Jahren konnten sich weniger dafür erwärmen als jüngere.

Fast die Hälfte der Teilnehmer hielt ethische Aspekte für wichtiger als ökologische. Nur ein gutes Viertel gab der Umwelt den Vorzug, der Rest war unentschieden.

Waffen und Kinderarbeit werden deutlich abgelehnt

Auf die größte Ablehnung stießen Investments, die mit Waffen und Kinderarbeit zu tun haben: 79 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass in diese Branchen auf keinen Fall Geld fließen soll. Aber auch klassische Laster wie Glücksspiel, Pornografie (jeweils 60 Prozent) und Tabak (42 Prozent) sind unerwünscht, ebenso wie Atomkraft (60 Prozent), industrielle Tierhaltung (51 Prozent) und Gentechnik in der Landwirtschaft (43 Prozent).

Bemerkenswert: Auch Finanzdienstleister landeten in den Top Ten der Branchen, in die kein Geld aus ethisch-ökologischer Geldanlage fließen soll. Sie lagen damit vor der Erdöl- bzw. Chemieindustrie, zwei Branchen, über die oft kritisch aus ethischer und ökologischer Sicht berichtet wird.

Mehrheit für Investitionen gegen Armut

Bei der Frage, in welche Bereiche bei einer ethisch-ökologischen Anlage Geld fließen sollte, lag die Armutsbekämpfung mit 61 Prozent vorn, gefolgt von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie Bildung (je 47 Prozent). Danach folgen ökologische Themen wie Erneuerbare Energien (44 Prozent), ökologische Landwirtschaft und nachhaltige Forstwirtschaft (42 Prozent).

Fast die Hälfte sprach sich dafür aus, die Vorreiter einer Branche im Hinblick auf ethische und ökologische Aspekte zu berücksichtigen (Best-in-Class-Ansatz). Nur ein Drittel befürwortete einen strengen Ansatz, der Investments aus umstrittenen Bereichen generell ausschließt. Teilnehmer unter 30 Jahren und mit hohen Bildungsabschlüssen waren dabei kompromissloser als die übrigen Befragten und entschieden sich häufiger dafür, ganze Bereiche und Branchen in Bausch und Bogen auszuschließen.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte vom 6. bis 15. November 2013 insgesamt 1014 Personen, die in ihrem Haushalt über Finanzen entscheiden und aus einem nach Alter, Geschlecht und Region repräsentativen Panel gezogen und entsprechend dieser Merkmale sowie Bildung gewichtet wurden.

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